16.03.19

Nachgetragen – Duoscope hatte 5. Geburtstag


Irgendwie passt es zum letzten Jahr, dass wir unseren eigenen Geburtstag am 25. Februar verschwitzt haben.
Tatsächlich wurde unser fünftes Jahr von unserer ersten großen, vor allem inhaltlichen Krise beherrscht. Aber das heißt ja nicht, dass wir aufgeben.
© Duoscope


Das letzte Jahr war, blogtechnisch gesehen, kein einfaches für uns. Dafür spricht, dass wir zwischen unseren Geburtstagen gerade einmal vier Artikel veröffentlicht haben. Aber was war los?

Die Kollegen werden es wissen: Bloggen ist kein einfaches Hobby. Man braucht Zeit, Energie, Mut und Leidensfähigkeit. Und um das über Jahre aufrecht zu erhalten, braucht es noch so einiges mehr – vor allem, weil man selbst als Blogger ja nie stillsteht, sondern sich ebenfalls verändert – sowohl menschlich, als auch in seinen Lebensumständen. Blogger heiraten, lassen sich scheiden, bekommen Kinder, werden krank, ziehen um, wechseln den Job. Wie empfindlich das Gleichgewicht zwischen dem Bloggen und dem restlichen Privatleben ist, merkt man oft erst, wenn es gestört wird.

So gut wie jeder Blogger, gerade wir Filmblogger, machen das was wir tun, unentgeltlich. Das ist wichtig zu wissen, denn dadurch wird das Bloggen zu einem Hobby, das die meisten von uns eher Geld kostet als einbringt.
Um sich ein solches Hobby zu bewahren, braucht es, neben etlichen Strategien, vor allem eines: Motivation! Und damit sind wir am Knackpunkt unserer Probleme angekommen.

Die Psychologie unterscheidet zwischen zwei Formen der Motivation: Die extrinsische, also von außen kommende Motivation, und die intrinsische, also die aus einem selbst kommende Motivation.
Über kurz oder lang gerät jeder Filmblogger in die Bredouille einer nachlassenden Motivation. Oft genug ist das die extrinsische: Etliche unserer Weggefährten und Kollegen habe ihre Arbeit auch deshalb beendet, weil von außen kein Feedback kam: Die Klickzahlen waren zu niedrig, die Kommentarzahlen waren zu niedrig, die Rückmeldungen waren zu niedrig. Unser lieber (und zum Glück unermüdlicher!) Kollege von Moviescape bemerkt gerne: Kommentare sind der Applaus der Blogger. Recht hat er.

Doch war das gar nicht unser Problem. Im Gegenteil: Die extrinsische Motivation wurde im Laufe des letzten Jahres zum Letzten, was wir noch hatten. Wir hatten, und haben, stets das Gefühl, das unsere Arbeit geschätzt und gemocht wird. Dass unsere Fans uns treu bleiben, zeigt sich auch daran, dass wir trotz Funkstille kaum Abonnenten verloren, und immer wieder positive und erfreute Rückmeldungen erhalten haben. Wir haben durchaus das Gefühl, dass unsere Arbeit nicht „für die Katz“ ist, wie man so schön sagt.

Dann gibt es aber noch die intrinsische Motivation. Und genau da haperte es im letzten Jahr gewaltig bei uns.
Wer bloggt, will etwas sagen. Er möchte sich und seine Gedanken mitteilen. Ja, im Idealfall möchte er auch gelesen und kommentiert werden, aber an erster Stelle will er überhaupt etwas sagen.
Und das war unser Problem: Wir hatten nichts zu sagen. Oder nicht genug. Wir haben es in unserem Jahresrückblick angedeutet: 2018 war kein Jahr, in dem wir über die Filme, die wir gesehen haben, sprechen wollten.
Wenn man, wie wir, 10 bis 16 Stunden unbezahlte Arbeit in einen einzigen Artikel investiert, dann muss man diesen Artikel auch schreiben wollen. Es muss einem Spaß machen, den Artikel zu schreiben. Man muss etwas sagen wollen.

Es gab im Laufe des letzten Jahres durchaus Ansätze. Im Frühsommer begannen wir etwa mit einem Porträt über Stan Lee, konnten uns aber nicht wirklich motivieren, das durchzuziehen, auch wenn wir immer wieder mal die Datei öffneten und ein bisschen rumtexteten. Als Lee dann Mitte November starb,  war das Internet – zum Glück – plötzlich voll von Porträts und Texten über Lee. Und unser halbgarer Beitrag war auf einen Schlag vollkommen obsolet.

Auch ein Porträt über Sean Connery liegt halb fertig in der Schublade und muss damit kämpfen, dass Connery zwar ein großer Star mit einer Handvoll interessanter Anekdoten ist, seine Karriere aber im Großen und Ganzen furzlangweilig ist, und einen wenig motiviert, sich mit Verve an den Text zu setzen.

Noch schlimmer war es mit den Filmen. Wie in unserem Jahresrückblick erwähnt, kam uns einfach kein Streifen auf die Netzhaut, der uns so begeistert hätte, dass wir Stunden um Stunden damit zubringen wollten, darüber zu schreiben. Hier und dort juckte es einem in den Finger, wenigstens einen anständigen Verriss zu komponieren, zum Beispiel über den unsäglichen INFINITY WAR; allerdings sind Verrisse auch nur dann sinnvoll, wenn man damit Dampf ablassen kann, weil es einem auf der Seele brennt, was man da erdulden musste. Und am Ende ist uns das Debakel um Thanos einfach viel zu egal gewesen, als dass wir Arbeit und Mühe investieren wollten, nur um uns dann wieder anzuhören, dass der Film ja keinen Oscar gewinnen wollte und wir ihn nur falsch verstanden hätten. Soll den Film doch mögen wer mag, uns ist er keine Mühe wert.

Kurz gesagt: Unser 5. Jahr krankte daran, dass wir einfach keine Motivation aufbauen konnten, uns hinzusetzen und einen Text zu schreiben. Wir hatten schlichtweg nichts zu sagen.

Das wurde natürlich noch verstärkt durch starke Veränderungen in unserem Privatleben. Eine Hälfte der Redaktion hat nochmal ein Studium angefangen – und wenn etwas ein Zeit- und Motivationsfresser ist, dann ein Studium.
Und die andere Hälfte hat ihre Energie zum großen Teil einem neuen Hobby gewidmet, und war in der gar nicht so unglücklichen Lage, viel arbeiten zu müssen.

Die Sterne und Umstände standen einfach gegen uns.

Warum wir nicht aufgegeben haben?
Es gibt eine Menge Blogs, die vermutlich einfach aufgehört hätten. Wenn wir ehrlich sind, ist von den Kollegen, die mit uns vor fünf Jahren angefangen haben, so gut wie keiner mehr aktiv. Es braucht eben Ausdauer und beständige Motivation, um zu bloggen. Warum also haben wir nicht aufgehört?

Weil sich, im Grunde nichts geändert hat. Wir lieben Filme. (Und immer mehr Serien!) Wir lieben es, uns über Filme auszutauschen. Und wir wissen, oder hoffen, dass wir bei unseren Fans weiterhin gut gelitten sind. Und solange das so ist – wollen wir weitermachen. Umstände ändern sich. Es werden wieder Filme kommen, die uns begeistern. Es SIND bereits Filme gekommen, die uns begeistern.
Es werden wieder Zeiten kommen, in denen wir mehr Zeit und Ruhe haben, konzentriert an einem Text zu sitzen. Es SIND bereits Zeiten gekommen, in denen wir mehr Zeit und Ruhe hatten, konzentriert an einem Text zu sitzen.
Wir wissen nicht, wie aktiv wir in diesem, unserem 6. Jahr werden. Wir hoffen einfach, dass wieder viele Filme erscheinen, die uns mitfiebern lassen. Die in uns den unbändigen Wunsch wecken, darüber zu schreiben. Die uns etwas zu sagen geben.
Und im Grunde ist das ja bereits geschehen. Wir haben schon jetzt so viele neue Artikel veröffentlicht (oder fertig hier liegen), wie im ganzen letzten Jahr - mit GREEN BOOK und DESTROYER und DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT (erscheint bald) haben uns schon jetzt wieder Filme wirklich von Herzen begeistert und schrien nach einem Artikel. Eine Steigerung zum letzten Jahr sollte also möglich sein. ;)

Dass wir unseren Geburtstag vergessen haben, zeigt, dass uns das Bloggen ein wenig aus dem Fokus geraten ist, und wir hoffen, dass es dieses Jahr wieder präsenter wird, auch bei uns.

Kurz: Wir wissen nicht, was dieses Jahr wird. Aber wir hoffen, dass es besser – und mehr – wird, als im letzten Jahr.

Und wir hoffen, ihr bleibt uns treu. Wir sind nicht bereit, aufzugeben. Und einer der Hauptgründe dafür seid ihr. Unsere extrinsische Motivation ist ungebrochen, was wir euch zu verdanken haben. Und falls wir nun wieder mehr innere Motivation finden, packendere Filme, spannende Biografien und Retrospektiven, dann gibt es hoffentlich auch bald wieder mehr zu sehen, hier, auf Duoscope!

In diesem Sinne: Auf die nächsten 5 Jahre! Danke, dass ihr immer an unserer Seite steht. Und auf dass wir uns dieses Jahr wieder öfter sehen. Lasst gerne dann und wann einen Applaus zurück. Und hofft mit uns auf ein sagenhaft gutes Kinojahr! <3

Nun kennt ihr unseren Wunsch beim Kerzen auspusten, und dürft euch Kuchen nehmen!

Tausend Dank an euch
Bianca & Marco
© Duoscope

Kommentare:

  1. 'Kuchennehm* Applaus Applaus. Alles Gute zum 5jährigen. :)
    Und weiterhin genug Motivation um noch 5 Jahre zu schaffen. Egal, mit wieviel Output. Im Endeffekt zählt ja die Qualität sehr viel mehr als die Quantität. Ist bei Blogbeiträgen wie bei Filmen an sich... :)

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  2. Da ist doch ein Applaus fällig! ;)

    Schön, dass ihr trotz der schwierigen Umstände weitermachen wollt. Meint ihr der Austausch wäre in der Wordpress-Welt mehr? Kenne mich mit Blogspot allerdings auch nicht wirklich aus, merke aber dass bei mir zu 99% Wordpress-Nutzer aufschlagen.

    Das wichtigste ist aber wohl, wie ihr auch schreibt, eure eigene Motivation. Und die scheint ja wieder da zu sein. Auf 5 weitere Jahre! :)

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