12.05.15

Mad Max II - Der Vollstrecker (AUS 1981)

Wortkarge Helden, die eher schießen als zu reden, sind ein klassischer Westernmythos, vor allem befeuert durch Stars wie Clint Eastwood und Sergio Leone.
1981 startet ein Film seinen Siegeszug, der diese Art Held in eine, vielleicht nicht allzu ferne, postnukleare Zukunft transportiert.
Mit MAD MAX II – DER VOLLSTRECKER erlebt das Franchise um den wortkargen, leidgeprüften Ex-Cop Max Rockatansky seinen Zenit – und erschafft ein ganzes Genre, das bis heute fasziniert: die Punk-Apokalypse.
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Marcos Blick:

Lange vor THE FAST AND THE FURIOUS gibt es bereits eine andere Filmreihe, die den „Car-Porn“ zelebriert!
Mit dem Erstling MAD MAX erschafft der Australier George Miller 1979 ein völlig neues Genre. Um einen dünnen Hauch von Story herum drapiert er einen Film, in dem Wahnsinnige sich mit rasend schnellen Autos und Motorrädern über Australiens endlose Straßen jagen. Irgendwo steckt in diesem oktangetränkten Männertraum noch ein menschliches Drama drin, um einen Cop, eine ermordete Familie, und Rache.

1981 legt Miller nach – und wirft noch den letzten Rest überflüssigen Ballast von Bord, der auch nur ansatzweise von dem ablenken könnte, worum es hier geht: Um eine Punk-Apokalypse, um krachende Action, und um Autos, Autos, Autos!

Die Endzeit-Schablone


MAD MAX II wird zur Schablone einer Apokalypsen-Vision, die die Achtziger so stark beherrscht, wie sonst nur der Cyberpunk.
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Die fulminante Optik aus mit Stacheln versehenen Jeeps und Buggys, aus wilden Wüstenpunks mit hochstehenden Haaren und Lederklamotten, aus Autorennen, die mit Waffen und Toten gespickt sind, das alles vor der Ödnis der nuklearen Apokalypse, bildet den Startschuss für ein ganzes Subgenre von Filmen (wie TOXIC AVENGER oder DIE JUGGER), Computerspielen (wie „Wasteland“ oder „Burntime“ und natürlich die spätere „Fallout“-Reihe) und selbst Brettspielen (wie die legendären „Dark Future“ und „Thunderroad“.)

Überhaupt gibt MAD MAX II einer der größten Ängste der Menschheit ein Gesicht: Der Welt nach dem Atomkrieg. Seinerzeit kann sich kein Mensch dieser Furcht, und auch nicht dieser Vorstellung, entziehen.
Im technischen Aufschwung des Computerzeitalters, gepaart mit der allgegenwärtigen Gefahr des atomaren Schlagabtauschs der beiden Supermächte USA und UDSSR, scheint es nur zwei mögliche Zukunftsversionen zu geben: die technisierte Cyberpunkwelt, in welcher der Mensch zu einer Nummer im technischen System geworden ist, oder die atomare Wüste, in welcher der Mensch im Kampf ums tägliche Überleben zum Tier degeneriert.

Miller kreiert mit MAD MAX II den Prototypen der atomaren Wüste, gönnt ihr aber eine ganz besondere Dekadenz: Nicht um Nahrung, Freiheit oder Sicherheit wird der ständige Kampf geführt, sondern um das tägliche Benzin!
In Millers schlimmer neuer Endzeitwelt leben die Menschen, allen voran Max, für den Kick auf der Straße.
Heutzutage fragt man sich insgeheim, weshalb der Autor da keine besseren Werte gefunden hat, 1981 aber ist diese Wertvorstellung gar nicht mal so abwegig. Mehr dazu weiter unten.

Nichtsdestotrotz ist MAD MAX II nicht nur der beste Teil der Reihe, sondern auch dessen Seele. Und: Es ist einer jener Filme, die heute kaum noch vorstellbar sind!
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Gesplitterter Stahl, gesplitterte Knochen, gesplitterte Gesellschaft


MAD MAX 2 stammt aus einer anderen (Nostalgiker würden sagen: besseren) Zeit, lange, lange vor der Digitalisierung, als Actionfilme noch nach Benzin stanken und das berstende Blech noch echte Scharten in den Asphalt grub.

Handgemachte Action, wortkarge Figuren, Endzeitbilder wie nur die Achtziger und das australische Outback sie erschaffen konnten, und eine Atmosphäre, so dicht, dass man sie in Flaschen gießen könnte – das und einiges mehr sind die Zutaten eines der besten Filme der Geschichte.

Um das Herz von MAD MAX 2 zu erklären, reicht eine simple Anekdote:
Der Stuntman, der zum Highlight des Films einen vollen Tanklastzug in einen der spektakulärsten Crashs der Filmgeschichte lenken darf, darf 12 Stunden vor Drehbeginn nichts mehr essen– für den Fall, dass sein Arbeitstag in einer Notoperation endet!
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Mel Gibson ist 1981 noch ein unbekannter, australischer Schauspieler, der gerade im ersten MAD MAX Film etwas Aufmerksamkeit erregt hat. MAD MAX I hat sich 1979 zu einem Achtungserfolg (und australischen Nationalheiligtum) entwickelt. MAD MAX macht Millers und Gibsons Namen in Hollywood bekannt.
Und das zurecht, denn sie setzen in MAD MAX I die endlosen australischen Highways grandios in Szene.

Miller bekommt einige Angebote aus Hollywood, darunter den ersten RAMBO Film, lehnt jedoch ab, als sich ihm die Möglichkeit eröffnet, seine MAD MAX Saga fortzuführen, diesmal mit größerem Budget – insgesamt zehn Mal größer!
Und so geht er für MAD MAX II einige Schritte weiter: Die menschliche Gesellschaft ist endgültig erledigt, die Szenerie wird ins tiefste Outback verlegt (Das Team muss jedesmal zwei Tage warten, um die Aufnahmen eines Drehtages, die sogenannten „Dailies“, aus der Entwicklung zurückzuerhalten), und Mel Gibsons Max Rockatansky wird noch wortkarger als im ersten Teil – gerade einmal sechzehn Dialogzeilen hat er in MAD MAX II, zwei davon sind „Ich bin nur für das Benzin hier“.
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Auch sonst wird MAD MAX 2 ein Film der (australischen) Superlative. Mit knapp zwei Millionen Dollar Budget ist er seinerzeit der bis dato teuerste australische Film überhaupt. Das Set der Ölfördersiedlung ist das größte je für einen australischen Film gebaute Set, und wird prompt in der größten Filmexplosionen Australiens wieder zerstört. Auch das Filmteam ist das größte je in Australien angeheuerte.

Ein Hauch von nichts wirkt doppelt gut


Das Ergebnis ist ein cineastisches Meisterwerk! Meisterwerk vor allem, weil Miller sich ganz und gar auf die Macht seiner Bilder verlässt. Nicht nur ist MAD MAX II äußerst dialogarm, er nutzt auch, wie Roger Ebert es seinerzeit ausdrückt, nur den „notwendigsten Bestandteil eines Rumpfes von Handlung“. Und die ist schnell erzählt:

Max lebt, drei Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils, in einer Wüstenwelt, in der ein paar Tropfen Benzin wertvoller sind als ein Menschenleben. Auf der Suche nach ein paar Tropfen des teuren Guts erreicht er eine kleine Siedlung, der letzten, in der noch Öl gefördert und zu Benzin verarbeitet wird. Dieser „Reichtum“ ruft eine Horde wilder Wüstenpunks auf den Plan, die die Siedlung regelmäßig zu überfallen versuchen und nur mühsam zurückgeschlagen werden können.
Die „Siedler“ aber wollen ihren Ort verlassen und mit den letzten Benzinreserven an einen sicheren Ort fliehen.
Der gebrochene Max, der sein Helden-Gen wiederfindet, wird angeheuert, den wertvollen Tanklastzug durch die Blockade der wilden Horde zu fahren. Was folgt, ist eine der spektakulärsten Straßenschlachten die jemals gedreht wurden!
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Miller erzählt, wie viele Filme des New Hollywoods der Siebziger, seinen Film vor allem visuell. Nur dann und wann kommentiert ein Erzähler aus dem Off oder eine Handvoll Charaktere die Geschehnisse.

Seine Wucht erhält der Film vor allem dadurch, dass er sich selbst nicht als Fortsetzung versteht, sondern ein eigenes Universum erschafft.
Die Ereignisse des ersten Films werden nur minimalst gestreift, haben aber für MAD MAX II keinerlei Relevanz. Es sind eher kleine, verspielte Gimmicks für aufmerksame Fans. So passt Max’ Knieschiene zu seiner Schusswunde im ersten Teil. Sein abgerissener Jackenärmel wäre, so George Miller, der Ärmel, der von den Notärzten abgetrennt worden wäre, die seinen in MAD MAX I zertrümmerten Arm behandelte hätten.
Bösewicht Humungus trägt unter seiner Eishockeymaske Brandnarben und dieselbe Waffe wie Max’ ehemaliger Partner Goose aus dem ersten Teil, was zumindest die Möglichkeit offenlässt, dass es sich um diesen handeln könnte (was in einem ersten Drehbuchentwurf auch so geplant war).

Der fertige Film gefällt Steven Spielberg schließlich so sehr, dass er Miller mit der vierten Episode seines Twilight Zone Films beauftragte: „Terror at 20.000 feet“, der nachweislich besten Episode des Films.

Die Sieben Schwestern des Wilden Westens


Was heute kaum noch jemand ahnt, ist der Status von MAD MAX II als wertvolles Stück Zeit- und Kulturgeschichte. George Miller gibt bereits zum ersten MAD MAX Film an, so seien die Australier eben. "In Australien ist es Mode, sich volllaufen zu lassen, ins Auto zu steigen und Hunderte Kilometer mit Vollgas durch die Wüste zu rasen. Diese Kamikaze-Spiele sind real. Ich habe nur den Dekor geändert", erklärt er.
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Aber auch als Zeitgeschichte ist MAD MAX II wertvoll. Nicht umsonst prangt auf der Seite des Tanklastzugs das Logo „Seven Sisters Oil“.

Die Ölpreiskrise von 1973, in der die Preise für Öl so unerschwinglich wurden, dass sich weltweite Mängel an Benzin entwickelten (was die hierzulande berühmten „autofreien Sonntage“ nach sich zieht), sorgt seinerzeit für lang anhaltende Diskussionen, dass und wie die Welt ohne Benzin zugrunde gehen würde. Auf der ganzen Welt werden Autofans aggressiv und beginnen tatsächlich, um die knapperen Benzin-Ressourcen zu kämpfen. (Schon MAD MAX I ist davon inspiriert.)
Das Ganze ist in den Siebzigern eine tiefsitzende Angst vor dem Ende der Welt – vergleichbar der heutigen Furcht vor einer globalen Erwärmung – und die öffentlichen Diskussionen betrachten Szenarien wie die von MAD MAX II als durchaus realistisch. Der Film setzt seiner Zeit, und ihren Ängsten, also ein unsterbliches Denkmal.

Als „Seven Sisters“ wird von den Fünfzigern bis in die Siebziger hinein eine populäre Verschwörungstheorie bezeichnet, derzufolge die damals sieben größten Ölkonzerne den Ölmarkt unter sich aufgeteilt haben, und ihre Macht nutzen, um die vom Öl abhängige Welt zu erpressen.

Diese mediale und psychologische Fixierung auf Öl und den Weltuntergang durch Benzinmangel ist es auch, die MAD MAX II überhaupt erst seine Legitimation gibt. Aus heutiger Sicht wirkt diese Sichtweise antiquiert und nur noch schwer nachzuvollziehen, 1981 aber trifft der einen empfindlichen, glaubhaften Nerv.

Ironischerweise orientiert sich Millers Zukunftsschrecken stark an der Vergangenheit: Sein Film ist massiv vom amerikanischen Western geprägt. Neben speziellen Anleihen, etwa der Freundschaft zwischen Max und dem wortkargen Jungen, die er sich aus George Stevens' Klassiker SHANE borgt, weist der Film auch allgemeine Züge von Westernmotiven auf: Die Siedler etwa, die in ihrer Wagenburg leben, und in ihrer Unbedarftheit, Gutgläubigkeit und Naivität das Ebenbild der beständig „Guten“ im Western der Vierziger und Fünfziger sind.
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Die Motorradgang hingegen, deren vorderster Kämpfer sich mit Federn und buntem Iro schmückt, erinnern nicht nur optisch an Indianer, sondern sind in ihrer Wortkargheit und ihrer geringen Intelligenz auch an das Topos der Filmindianer der Fünfziger angelehnt.

Miller gibt an, dass er sich, wie George Lucas, vor allem von den Filmen Akira Kurosawas und Joseph Campbells narratologischem Standardwerk „Der Heros in tausend Gestalten“ hat inspirieren lassen. So erklärt sich vermutlich auch nicht nur Max‘ Wandlung, sondern seine an Kurosawa (und zwangsläufig Leones und Clint Eastwoods namenlosen Reiter) erinnernde Figur, die er mit Max auf die Siedler und Gangster loslässt.

Bemerkenswert ist dabei der interne Anachronismus in MAD MAX II: Obwohl Benzin das höchste aller Güter ist, sind Pistolen nahezu heilig, Munition quasi nicht mehr vorhanden. Gekämpft wird mit Keulen, mit Speeren, Armbrüsten und Pfeil und Bogen. Oder, wenn man so verschwenderisch sein kann wie die gefangenen Siedler, mit einem Flammenwerfer.

Der Kult aus der eisigen Wüste


Der Film schlägt ein wie eine Bombe! Ein derartiges Actionfeuerwerk hat es seinerzeit noch nicht gegeben. Nicht nur die frische und geradezu waghalsige Optik der Filmfiguren und des Settings, sondern vor allem die Stuntarbeit (die bereits 1979 in MAD MAX I furios unverantwortlich war!) sucht 1981 seinesgleichen.

Das Spannende dabei: Während in den USA der durch STAR WARS ausgelöste Special Effects Hype gerade den Nachbrenner zündet, und 1982 Effektgiganten wie TRON, DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT, BLADE RUNNER (der sich der zweiten, der Cyberpunk-Zukunft verschreibt), POLTERGEIST, E.T. oder LEGENDE ins Kino schmeißt, kreiert Miller sein Fantasy-Werk mit komplett hausgemachten Stunts.
Das bleibt nicht ohne Folgen!

Auch wenn der Fahrer des Benzin-Trucks am Ende nicht ins Krankenhaus und zu einer Not-OP muss, erleiden etliche Stuntmänner Blessuren. Einer der Unfälle, in denen ein Biker gegen ein Auto kracht, abhebt, mit den Beinen gegen das Auto prallt und wild trudelnd durchs Bild saust, ist ein echter Unfall – laut Plan hätte der Stuntman über den Wagen fliegen sollen. Er landet mit gebrochenen Beinen im Krankenhaus.
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Wie schon John Boorman bei BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE, wird auch MAD MAX II fast komplett chronologisch gedreht. So können bei Ausfällen oder Verletzungen eventuelle Änderungen ins Script übernommen werden.

Auch der große Truck, der heimliche Star des Films, muss leiden! So ist er nach der schweren Karambolage so zerstört, dass er für die am selben Tag geplante „Sterbeszene“ gar nicht mehr genutzt werden kann. Er muss erst einen Tag lang soweit repariert werden, dass er ausreichend fahren kann, um sein eigenes Ende zu erleben.

Selbst die an sich hervorragende Location erweist sich am Ende als nicht unbedingt erfolgreich. So ist es an den Drehorten, anders als im Film vermutet, extrem kalt. Mel Gibson verbringt einen Großteil der Drehpausen in etliche Decken gehüllt. Seine Kollegen, die stellenweise in ledernen Hosen spielen müssen, die ihre Pobacken entblößen (die Kostümabteilung hat neben Second Hand Läden und Sportabteilungen auch einige SM-Shops geplündert), leiden noch mehr.
Einer der Gründe, der für die Location spricht, ist der dort fast nie einsetzende Regen. Ausgerechnet zur Drehzeit jedoch fällt der erste Regen seit fast vier Jahren und legt die Produktion eine Woche lang lahm.

Übrigens: Das im Film sichtbare Playboy-Poster zeigt das Playmate Karen Price aus der Januar Ausgabe von 1981. Nach diesem eher unfreiwilligen Cameo-Auftritt entscheidet Price, sich als Schauspielerin zu versuchen, was sie nach vier kleineren Filmen allerdings aufgibt. Stattdessen wird sie – und hier schließt sich der Kreis zu MAD MAX II – halbwegs erfolgreiche Stuntfrau!
Sie doubelt unter anderem Tanja Roberts in der legendären Golden Gate Bridge Szene in JAMES BOND – IM ANGESICHT DES TODES und Maria Conchita Alonso in RUNNING MAN.
Später arbeitet sie als Fernsehproduzentin.

MAD MAX II ist einer jener Klassiker und Kultfilme, die bis heute nachwirken. So findet er, besonders in den fünfzehn Jahren nach Erscheinen, unzählige visuelle Nachahmer, wird aber auch zur Grundlage etlicher Fanklubs und stilechter „Road Warrior“, die bis heute aktiv sind!
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Er wird schließlich nicht nur Australiens bis dahin teuerster Film, sondern auch der erfolgreichste. Ist MAD MAX I noch ein Achtungserfolg, gerät die Reihe mit MAD MAX II zum weltweiten Phänomen und einem der einflussreichsten Werke ihrer Zeit.

Aus Arch Stanton's Grab


The Good:
Der im Film auftauchende Hund (der als Maskottchen für Max gedacht ist, aber nur im zweiten Teil der Filmreihe erscheint) erweist sich als echter Glückspilz!
Die Filmemacher suchen für die Dreharbeiten im Tierheim nach einem passenden Filmhund. Als sie gerade die Käfige abgehen, spielt das (im Film schlicht „Hund“ genannte) Tier gerade mit einem am Boden liegenden Stein. Die Filmemacher entscheiden, das er smart genug ist, sich ein wenig trainieren zu lassen. Der Hund war für den nächsten Tag zur Einschläferung vorgesehen. Stattdessen wurde er nach den Dreharbeiten von einem der Kamera-Assistenten adoptiert. Einen weiteren Film hat er nie gedreht.
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Ebenfalls gut: James Cameron gibt an, MAD MAX II habe ihn zu seinem Erstling THE TERMINATOR inspiriert!

The Bad:
Den Film verbindet ein ziemliches Kuddelmuddel von Versionen und Titeln!
Da MAD MAX in Australien bereits ein Kassenknüller war, in den USA jedoch fast gänzlich unbekannt, muss MAD MAX II auf dem amerikanischen Markt gänzlich anders vermarktet werden.
Dazu gehört zum einen ein anderer Titel: Statt MAD MAX II erscheint der Film in Amerika schlicht als THE ROAD WARRIOR, ein Titel, der noch bis heute auf den Blu Rays prangt. Da Mel Gibson seinerzeit in den USA noch nahezu unbekannt ist, taucht er im Trailer auch gar nicht erst auf. Stattdessen liegt der Fokus fast ausschließlich auf der Action und den wilden Verfolgungsjagden.
Für den amerikanischen Markt wird daher ein (im australischen Original nicht vorhandener) kurzer Einspielfilm eingebaut, der die Vorgeschichte der Menschheit erklärt, und dabei einige Szenen aus MAD MAX I nutzt. Dieser Vorfilm ist übrigens noch in Mono, erst mit dem „Wusch“ des einfahrenden Autos wechselt der Film ins Stereoverfahren.


The Ugly:
MAD MAX II ist als Ende der Geschichte um Max Rockatansky konzipiert, und entlässt den Zuschauer tatsächlich mit einer beinahe berührenden Schlussszene – Max wird zur Legende für die Siedler und verschwindet am Ende der Straße, erzählt wird die Geschichte von einem uralten, sterbenden Zeugen der Ereignisse.

Als George Miller jedoch Pläne schmiedet, eine postapokalyptische Version von „Herr der Fliegen“ zu inszenieren, wird er mit der Idee konfrontiert, einen dritten MAD MAX Teil zu drehen. MAD MAX III – JENSEITS DER DONNERKUPPEL erscheint 1985 und bringt zwei meisterhafte, wortkarge, filmisch wuchtige Teile zu einem unrunden Ende – lässt sich die erste Hälfte noch als typische Achtziger-Actionkomödie ins MAD MAX Universum einordnen, verliert die zweite Hälfte (in der Miller seine verlorenen „Herr der Fliegen“-Kinder einbaut) ordentlich an Drive, Sinn und Unterhaltungswert.
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Ob der, bereits seit 2003 immer wieder angekündigte, vierte Teil, MAD MAX – FURY ROAD, der dreißig Jahre später in die Kinos kommt, dem Franchise 2015 etwas hinzuzufügen hat, bleibt abzuwarten. In jedem Fall hat Tom Hardy, der die Figur des Max übernimmt, für drei weitere Filme unterschrieben. Ob das um Öl und Benzin fixierte Lebensgefühl der Siebziger auch heutzutage noch fesseln kann, oder Film eine andere Richtung nimmt, muss sich noch zeigen.

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