22.05.16

Zwischenschau: Geliebte Klassiker und der 2. Cinefonie-Tag – Herzgespräch über die Faszination alter Filme

Remakes, so scheint es, beherrschen das Kino unserer Zeit wie kaum ein anderer Trend, und kaum einem Filmfreund gefällt dieser Trend.
Und doch wundert man sich: Sind Remakes nicht vielleicht ein wirksames Mittel, die Aufmerksamkeit wieder auf oft vergessene Filmperlen zu lenken, die tief in der Filmgeschichte schlummern und nur darauf warten, (wieder)entdeckt zu werden?
Wir haben uns gefragt, welchen Wert alte Filme heute noch haben, und wir haben uns fachkundige Unterstützung ins Haus geholt. Jörg Mathieu, Herausgeber und Chefredakteur von 35 MILLIMETER – DAS RETRO FILMMAGAZIN und seit neuestem auch Veranstalter des Filmfestivals CINEFONIE-TAG, steht uns Rede und Antwort über Sinn und Wert des alten Kinos.
Asta Nielsen in "Dirnentragödie" von 1927. Nutzung: Rechtefrei. Leider aktuell nicht auf Heimvideo verfügbar

Filmseiten im Internet sind leicht einzuordnen: Auf der einen Seite findet man die breite Masse an Portalen und Blogs, die sich voll und ganz auf die tagesaktuelle Berichterstattung der Kinolandschaft konzentrieren. Und aus gutem Grund, denn die ebenso breite Masse des Publikums interessiert sich fast ausschließlich für die aktuell laufenden Filme.
Der größte Teil der medialen Aufmerksamkeit im Kinobereich ist also nach vorn gerichtet – kaum jemand schaut einmal zurück.

Alt, aber Oho


Daneben aber gibt es eine Menge Cineasten und Filmfreunde, die sich sehr wohl auch für all jene Filme begeistern können, die von der breiten Masse längst vergessen wurden – oder allenfalls bruchstückhaft im Sinne einer Handvoll großer Namen und Titel überlebt haben. Namen wie John Wayne, Audrey Hepburn oder Alfred Hitchcock etwa sind selbst den jüngsten Kinogängern ein Begriff, auch von CITIZEN KANE hat fast jeder schon einmal gehört, doch wie viele junge Filmfreunde haben je einen ihrer Filme wirklich gesehen? Und wie oft konzentrieren sie sich höchstens auf den einen, exemplarischen Vorzeige-Klassiker?

Auch wir von Duoscope verschreiben uns häufig den älteren Filmen und möchten einem modernen Publikum die Klassiker der Kinoleinwand wieder schmackhaft machen, indem wir sie vorstellen und versuchen, ihre oft enorme Bedeutung für die Filmgeschichte oder für ihr zeitgenössisches Publikum herauszuarbeiten.

Der Profi


Und trotzdem gibt es immer Experten, die noch mit deutlich mehr Leidenschaft – und Fachexpertise – in den Annalen der Kinogeschichte baden und versuchen, sie dem heutigen Publikum wieder nahe zu bringen.
Einer dieser Experten ist Jörg Mathieu, der seine Leidenschaft in einige wunderbare Projekte fließen lässt. Eines davon ist 35 MILLIMETER – DAS RETRO-FILMMAGAZIN. Alle zwei Monate erscheint die Zeitschrift, für die Mathieu als Herausgeber und Chefredakteur verantwortlich zeichnet. Hier widmen er und seine Redakteure sich detailliert all den Genres, Stars und Filmen, die zwischen 1895 und 1965 die Leinwand mit Leben füllten. Eine spannende Epoche, die auch heute noch begeistern und fesseln kann, selbst wenn so gut wie sämtliche Beteiligten längst nicht mehr am Leben sind.

2015 hat Mathieu seine Leidenschaft noch einen Schritt weiter gebracht: Der Saarländer hob für seine geliebten Klassiker ein eigenes Filmfestival aus der Taufe. Am 17. und 18. September 2016 findet im Filmhaus Saarbrücken bereits zum zweiten Mal der „CINEFONIE-TAG“ statt, ein ganzes Wochenende im Zeichen der Filmklassiker.
Beim 1. CINEFONIE-TAG im letzten Jahr liefen dort etwa CRIME AND PUNISHMENT von 1923 oder CAMILLE von 1921. Auch etliche Kurzfilme aus den 1910er-Jahren waren auf der (damals noch etwas kleineren) Leinwand zu bewundern – eine Möglichkeit, die sich Liebhabern so gut wie niemals bietet.
Jörg Mathieu liebt alte Filme. Und er liebt es, sie anderen Filmfans zugänglich zu machen und sich darüber auszutauschen. Der Cinephile stand uns ausführlich Rede und Antwort über seine Leidenschaft und seinen Lieblingsstar: Vincent Price.
© 35 Millimeter - Das Retro-Film-Magazin
Für die zweite Auflage 2016 hat Mathieu einen besonderen Coup an Land gezogen: Mit Victoria Price konnte er die Tochter des legendären Filmstars Vincent Price als Stargast für sein Festival gewinnen.

Idee und Konzept kommen gut an. Fanden sich zur Premiere letztes Jahr noch 100 Gäste ein, sind für dieses Jahr bereits ein Großteil der 250 Karten verkauft. Das Interesse am CINEFONIE-TAG ist also hoch. Und das ist auch gut so.

Bleibt die Frage: Weshalb ist das gut so? Und wieso sollte sich im Grunde jeder Filmfreund mit den Klassikern von vor 1965 auseinandersetzen, wenn kaum einer der Filme je wieder im Kino laufen wird, wenn die dramaturgischen Kniffe altbekannt sind, das Schauspiel oft übertrieben wirkt, und nahezu sämtliche Stars und Künstler jener Zeit längst verstorben sind? Wenn man niemals auf dem Schulhof oder in der Teeküche leidenschaftlich und spoilerfürchtig über die unerwartete Wendung in jenem expressionischten Meisterwerk von 1920 sprechen wird?

Jörg Mathieu nimmt sich die Zeit, solche und viele weitere Fragen mit uns zu besprechen.

Zwischenschau: Jörg Mathieu über Liebenswürdigkeit und modernen Nutzen der Klassiker


Duoscope: 
Hallo Jörg. Schön, dass du für unsere Fragen zur Verfügung stehst. Du bist relativ umtriebig. Neben deinem 35 MILLIMETER-MAGAZIN stampfst du gerade noch ein jährliches Filmfestival aus dem Boden, den CINEFONIE-TAG in Saarbrücken. Hast du noch andere Projekte am Laufen? 

Jörg Mathieu: 
Hallo. Ja, habe ich. Wir produzieren weiterhin noch die ein oder andere Sonderausgabe zu unserem Magazin. Themen, die in der Standard-Ausgabe zu kurz kommen, nehmen wir dort ausführlicher unter die Lupe.
Dann steht jetzt zur Mitte des Jahres noch der erste Teil unserer eigenen Buchreihe an.
Ein paar Fernziele haben wir natürlich auch, dazu möchte ich allerdings noch nichts sagen. Neben dem Magazin bin ich noch im Vorstand eines Filmfördervereins – was aber nicht so zeitaufwendig ist, wie es sich anhört. 

D: 
Auf die Buchreihe sind wir auch schon gespannt.
Erzähle uns gerne ein bisschen was über dich. Du hast mit der PAPA-YA schon einmal ein Magazin für junge Väter herausgegeben, so viel wir wissen. Wo kommst du her, und wie kam es dazu, dass du dich so leidenschaftlich den Filmen von vor 1965 verschrieben hast? 

JM: 
Ohne jetzt meine ganze Lebensgeschichte auszupacken – nur kurz: PAPA-YA war nicht nur ein Magazin für Väter, sondern eher für Trennungsfamilien im Allgemeinen.
Ursprünglich komme ich aber aus der Werbe- und Druckbranche, der ich seit über zwanzig Jahren treu verbunden bin. Sieben Jahre davon war ich in einem Zeitschriftenverlag angestellt. Dort konnte ich bereits Erfahrungen als Chefredakteur eines Film- und Medienmagazins sammeln. Nebenher arbeitete ich auch als Filmkritiker für andere Magazine. Das war eigentlich die Grundlage. Privat bin ich natürlich seit frühester Kindheit Filmfreak – so kam das eine zum anderen. Die PAPA-YA hatte eher mit meiner privaten Situation zu tun. Mit 35 MILLIMETER bin ich jetzt wieder zu den Ursprüngen zurückgekehrt und fühle mich dabei sehr angekommen.

Zur Frage nach den Klassikern muss ich sagen, dass ich dem modernen Kino lange nicht so viel abgewinnen kann wie dem klassischen Film. Ja selbst der Stummfilm hält für mich persönlich mehr bereit als das Blockbuster-Kino der Neuzeit.
Viele Filmfreunde wissen gar nicht, dass der Klassiker BEN-HUR von 1959 mit Charlton Heston bereits ein Remake ist. Auch das Stummfilm-Original von 1925 ist bereits packend inszeniert und mit über 140 Minuten Spielzeit für seine Zeit ausreichend episch. 2016 startet die neueste Version der biblischen Rachegeschichte im Kino.
Quelle: DVD "Ben-Hur" © Warner Home Video
Das hat natürlich auch etwas mit Sehgewohnheiten zu tun. Ich schaue auch gerne Filme der letzten zwanzig Jahre, nur möchte ich mich damit nicht weitergehend auseinandersetzen, schon gar nicht beruflich. Dem modernen Kino gelingt es auch nur selten, mich wirklich zu berühren. Das soll keine Verallgemeinerung gegen das moderne Kino sein, sondern stellt nur meine ganze subjektive Wahrnehmung dar. 

D: 
Die „Bewahrung“ des Klassischen quillt im 35-MILLIMETER-MAGAZIN aus jeder Zeile, bis hin zum Vertriebskonzept. Ihr seid ja äußerst „Oldschool“, euch gibt es ausschließlich als Printversion. Ihr habt zwar eine Webseite, aber die Artikel sind dort nicht einzusehen. Steht da eine besondere Philosophie dahinter? 

JM: 
Ja, es gibt eine ... nennen wir es ruhig Philosophie.
Vor allem hat das natürlich etwas mit der Haltung des Herausgebers – sprich mir – zu tun. Es kommen zwar auch Vorschläge aus der Redaktion (die meisten Mitglieder sind viel jünger als ich), die auch mit dem 35 MILLIMETER-MAGAZIN Trends, Hypes und zeitgemäße Konzepte verfolgen. Auf einiges gehe ich dann auch ein, wie z.B. unseren YouTube-Kanal oder mit den News und Rezis auf der Homepage. Ich verschließe mich also nicht völlig. Ich bin allerdings ein großer Verfechter des Analogen, somit auch des Printbereichs. Ich nehme zwar an der digitalen Welt teil, aber eher aus pragmatischen Gründen. Oft fehlt mir da die Leidenschaft. Ich habe auch immer noch kein Smartphone.

Magazininhalte gibt es natürlich bewusst nicht online, wir wollen ja die Printausgabe verkaufen. Den Lesern gegenüber wäre es also unfair, wenn sie für etwas zahlen, das sie dann auch kostenlos online lesen könnten. Und ein reines Onlinemagazin, oder einen Blog, möchte ich vor allem deshalb nicht betreiben, weil mir da die Konkurrenz zu groß ist. Und zu weit voraus. 

D: 
Jetzt fühlen wir uns richtiggehend furchtlos. Dankeschön.
Wer unseren Blog kennt, weiß, dass wir auch heute noch viele alte Filme für äußerst sehenswert halten, die oftmals selbst dann noch sehr zeitgemäß wirken, wenn sie etlichen modernen Sehgewohnheiten entgegenlaufen. Deshalb lesen und schreiben wir so leidenschaftlich darüber.
Du gehst aber noch weiter und bietest den Menschen mit dem CINEFONIE-TAG eine Möglichkeit, gezielt alte und älteste Filme auf der Kinoleinwand zu sehen. Wieso ist das deiner Ansicht nach so wichtig? Wieso sollten diese Filme auch heute noch gesehen werden? 

JM: 
Man sollte schon wissen, worüber man schreibt. Deshalb ist die Sichtung von Filmen ohnehin eine Grundvoraussetzung für mich. Es liegt somit nahe, dass ich mehr klassisches, als modernes Kino konsumiere. Dabei fällt einem zwangsläufig auf, dass man nicht nur selbst den größten Teil der Filmgeschichte gar nicht wirklich kennt, sondern dass andere Leute noch viel weniger Kenntnis davon haben. Und je jünger der Gesprächspartner, desto geringer sind häufig die filmhistorischen Gesprächsgrundlagen.

Ich will die Leute also nicht nur durch das Lesen von 35 MILLIMETER neugierig auf die Filme und ihre historische Relevanz machen, ein Ziel ist es auch, zu ermöglichen, dass man diese Filme sehen kann. Deshalb das Festival.
Ob es „wichtig“ ist, die Filmgeschichte zu kennen, muss jeder selbst für sich entscheiden. Für mich ist es substanziell, diese Filme zu kennen; zumindest einige, wichtige Vertreter der ersten siebzig Jahre des Kinos. Dabei darf man nicht vergessen, dass jedes Einzelbild einer Filmrolle ein Zeitdokument ist. Filme sind somit auch immer ein Spiegel ihrer Entstehungszeit. Und um das „Heute“ zu verstehen, muss man das „Gestern“ kennen – das trifft auf jeden Bereich zu, nicht nur auf den Film.
Der CINEFONIE-TAG will die Filmgeschichte zelebrieren und gegen das Vergessen ankämpfen. Wenn z.B. Stummfilme nicht mehr vorgeführt werden, wird es schon sehr bald keine mehr geben.

D: 
Erzähle uns doch bitte kurz, was „CINEFONIE“ bedeutet, und weshalb du diesen Titel gewählt hast. 

JM: 
Ich liebe die Idee hinter dem „US-Vaudeville“ der 1910er und 1920er Jahre, das es natürlich auch in Europa gab. Man ging damals noch nicht ins Kino um einen Film zu sehen. Man ging eher in ein Varieté, das so ziemlich jede existierende Kunstform anbot, die in irgendeiner Art und Weise die Leute unterhielt. An einem Abend konnte man also Tänzer, Musiker, Zauberer, Akrobaten, Clowns und eben auch kurze Filme genießen. Für jeden Geschmack war etwas geboten und die Bude war rappelvoll. Das ist heutzutage natürlich schwer zu vermitteln, auch wenn ich glaube, dass man mit einem ähnlichen Konzept auch in unserer Zeit noch erfolgreich sein könnte.
„CINEFONIE“ verbindet also zumindest zwei dieser Attraktionen: Film (Cine) und Musik (Fonie). Das ist die Idee dahinter. Es wird auf diesem Festival also neben den Filmen auch immer Livemusik geben. 

D: 
Das klingt spannend. Und nach einem ausgearbeiteten Konzept. Bei eurem ersten CINEFONIE-TAG im letzten Jahr war von außen noch kein klares Thema erkennbar, vom Oberthema „Filmklassik“ mal abgesehen. Dieses Jahr steht der Cinefonie-Tag unter dem Motto: „Das Leben und Werk von Vincent Price“. Wie bist du auf dieses Thema gekommen? 

JM: 
Wie ich schon meinte, es ist ja gar nicht so sehr das Anliegen, ein bestimmtes Thema in den Vordergrund zu stellen, sondern etwas Buntes zu bieten. Der 1. CINEFONIE-TAG war ein Experiment, und das wird auch der zweite noch sein. Ich bezeichne das alles noch als Findungsphase. Ich will erst einmal testen, was die Menschen anspricht, und was nicht. Das Festival wird also wachsen und sich verändern. Sicher ist bereits, dass es jedes Jahr ein Motto geben wird, aber es wird sich nie nur um dieses Motto drehen.

Was Vincent Price betrifft: Damit lebe ich einen ganz persönlichen Traum aus. Und Träume, die man sich nicht selbst erfüllt, erfüllen sich in der Regel nie.
Ich lebe und atme seit ich vierzehn bin den Geist von Vincent Price. Das mag pathetisch klingen, ist aber nun mal so. Vor allem verstehe ich mich als Sammler, und bis auf zwei Langfilme besitze ich all seine Spielfilme. Das Tauschen und Sammeln auf der ganzen Welt hat mich natürlich auch immer wieder thematisch zu seiner Tochter geführt, zu der ich dann 2015 zum ersten Mal Kontakt aufnahm. Als Victoria Price schließlich signalisierte, dass sie gerne auch nach Deutschland kommt, stand für mich das Thema des 2. CINEFONIE-TAGs fest. Ich musste das Festival einfach rund um ihre Person konzipieren. Übrigens: Mein Sohn heißt auch Vincent – warum wohl. (Lacht) 

D: 
Also war es eher lange gewachsener Zufall, dass es zu diesem Konzept kam? 

JM: 
Schon beim ersten Auftritt des Festivals gab es ein Konzept, auch wenn es nach reiner Improvisation aussah. Aber auch da mussten wir die Bausteine und Gäste im Vorfeld planen und einladen. Wir finanzieren das Festival ja hauptsächlich über Förderanträge, und da läuft nichts, ohne dass man vorher ein Konzept vorlegt. Es ist also für das Festival existenziell, ein Konzept zu haben. Und auch die Sponsoren tun sich leichter, wenn man bereits ein bestimmtes Thema vorgibt. Das war eine der gelernten Konsequenzen aus dem ersten Festival. 

D: 
Worin unterscheidet sich der zweite CINEFONIE-TAG sonst noch vom ersten? 

JM: 
Die Unterschiede liegen in erster Linie in der Größenordnung. 2015 hatten wir einen Raum gemietet, eine Leinwand aufgestellt und einen Beamer organisiert. Die Referenten hatten eine kleine Ecke für ihre Vorträge und die Händler nahmen mit ihren Tischen den übrigen Raum ein. Die Band spielte dann ebenfalls in diesem Raum.

2016 haben wir ein ganzes Kino mit drei Sälen angemietet, und das gleich über zwei Tage. Alles wird also deutlich professioneller, größer, aber natürlich auch teurer. Die Gäste werden namhafter, wir zeigen mehr Filme und auch sonst legen wir einige Schippen drauf. Es ist ein großer Sprung innerhalb eines Jahres. Aber wir wollen diesen Schritt bewusst gehen, um das Festival zu etablieren. 
Victoria Price unterstützt und fördert immer wieder großzügig die Leidenschaft und Begeisterung der Fans für ihren Vater und ist der Gaststar auf dem diesjährigen CINEFONIE-TAG. Dafür hat sie jede Menge Anekdoten und Geschichten über und aus dem Leben des Vincent Price im Gepäck.
© 35 Millimeter - Das Retro-Film-Magazin
D: 
Schweben dir schon Änderungen für 2017 vor? 

JM: 
Änderungen nicht direkt. Das sehen wir nach dem Event. Aber es gibt schon Themen, die sich für 2017 aufdrängen. Einige Künstler haben bereits ihr Interesse bekundet, uns nächstes Jahr zu besuchen. Die Planungen für das dritte Festival beginnen direkt im Anschluss an das diesjährige. Angedachte Themen und Gäste sind unter anderem der Schwedische Film bis 1965, Boris Karloff, der ja auch eine Tochter hat, und der Stummfilmmusiker Wilfried Kaets. 

D: 
Was kann ein Festival wie der Cinefonie-Tag im Idealfalle leisten oder erreichen? 

JM: 
Ich denke, nichts anderes als andere Filmfestivals auch. Wohin uns die Reise führt, werden wir sehen. Sobald wir damit Verluste machen, müssen wir das Konzept überdenken. Die Grenzen des Erreichbaren setzen wir uns ja nur selbst.

Man darf nicht vergessen, dass dieses Festival eigentlich ein No-Budget-Projekt ist. Wir fangen also jedes Jahr bei Null an und sind froh, wenn wir die Kosten wieder einspielen. Alles andere wird sich zeigen, da wage ich keine Prognosen. Im kleinen Saarland und in Saarbrücken ist vieles leichter, aber auch einiges schwerer als in den großen Ballungszentren. 

D: 
Richtet sich das Festival diesmal speziell an Vincent-Price Fans? Wer wird auf dem 2. CINEFONIE-TAG auf jeden Fall Spaß haben? 

JM: 
Nein, wir richten uns in erster Linie an Filmfans. Vincent Price ist zwar der Schwerpunkt an beiden Tagen, aber selbst wenn einen dieser Mann, seine Werke und seine Tochter gar nicht interessieren, haben wir immer noch eine wirklich außergewöhnliche Stummfilmvorführung eines selten gezeigten Films.
Neben den fünf Vincent-Price-Filmen wird uns der bekannte Stummfilmpianist Richard Siedhoff mehrere Kurzfilme aus seiner Sammlung vorführen. Die Hauptattraktion wird aber die Vorführung von DIRNENTRAGÖDIE sein, der 1927 mit Asta Nielsen gedreht wurde. (Anmerkung der Redaktion: Asta Nielsen ist einer der ersten großen weiblichen Weltstars des Kinos. Quasi die Meryl Streep ihrer Zeit. Oder Jennifer Lawrence, je nach Sichtweise.) Hier haben wir das Glück, dass der Film in einer sehr guten Qualität mit eigens arrangierter Musik von Richard Siedhoff gezeigt wird.

Die Vincent Price-Werkschau wird von zwei ausgesprochenen Experten umrahmt. Uwe Huber und Uwe Sommerlad reisen extra aus diesem Grund an. Spannende Informationen und Anekdoten wird es aber vor allem aus erster Hand von Victoria Price geben.
In einem dritten Saal wird es dann noch eine Figurenausstellung und ein paar Händlertische geben. Es ist also einiges geboten. 

D: 
Das klingt wirklich vollgepackt für zwei Tage. Wer sollte lieber wegbleiben? 

JM: 
AFD-Wähler. (Lacht) 

D: 
Du sagtest schon, dass Victoria Price Anekdoten zum Besten geben wird. Was bietet sie dem Publikum darüber hinaus noch? 

JM: 
Sie hält einen Vortrag von ca. siebzig Minuten über Leben und Arbeit von Vincent Price, und darüber, was es bedeutet seine Tochter zu sein. Daneben wird sie uns noch für ein Interview zur Verfügung stehen und einen eigenen Fan-Stand betreuen. 

D: 
Okay, du bist großer Vincent-Price-Fan. Beschreibe Vincent Prices Karriere in drei Worten: 

JM: 
Ich beschreibe lieber sein Leben: Humor, Leidenschaft, Vorbild. 

D: 
Dein Lieblingsfilm von Vincent Price? 

JM: 
Das ist immer die falsche Frage. (Lacht) Aber wenn ich einen nennen muss: WEIßER OLEANDER von 1946. DRAGONWYCK heißt der im Original. 
Vincent Price als Nicholas Van Ryn in WEIßER OLEANDER. Heute ist er vielen Horrorfans vor allem als alter Mann mit Bart in Erinnerung, dabei war er in jungen Jahren ein stattlicher, gutaussehender Bursche.
Quelle: DVD "Weißer Oleander" © Ascot Elite Home Entertainment GmbH
D: 
Und welches wäre die richtige Frage gewesen? 

JM: 
Die richtige Frage wäre hier: „Weshalb ist Vincent Price dein Lieblingsschauspieler?“
Wenn man einen Lieblingsschauspieler hat, kann man nicht den einen Film – ja, kaum eine Top Fünf nennen. Es geht mehr um die größte Identifikation mit dieser einen Person. Bei mir ist das eben Vincent Price. 

D: 
Welcher Auftritt von Price wird überbewertet? 

JM: 
Sein Auftritt in DIE ZEHN GEBOTE. 

D: 
Wie viel der Arbeit erledigst du für das Festival alleine, und welche Hilfe erhältst du? 

JM: 
95% übernehme ich, vor allem im Vorfeld. Bei der Gestaltung der Werbeprodukte hilft mir ein Werbegrafiker (Anmerkung: Die Rede ist von Markus Jungen von nevermade), beim Event selbst unterstützen mich dann die Redaktion und die Familie. 

D: 
Neben deinem Festival und einigen Programmkinos, die oft nur in großen Städten stehen (hier in Hamburg haben wir glücklicherweise eine Handvoll davon), stellt kaum ein Kinobetreiber seine Leinwand für die Klassiker zur Verfügung. Dafür haben wir den Eindruck, dass die Blu-Ray- und DVD-Vertriebe die Lücke mehr und mehr erkennen. Es kommen jedes Jahr ganz hervorragende Editionen zu großartigen, heute beinahe unbekannten Filmen heraus. Was sagst du zu dieser Entwicklung? 

JM: 
Diese Beobachtung kann ich teilen. Allerdings ist die Veröffentlichungspolitik auf dem deutschen Markt – im Bereich des klassischen Kinos – immer noch rückständig. Da gibt es im Ausland weitaus mehr Auswahl, meist auch in schöneren und umfangreicheren Editionen.

Wir haben diesbezüglich hier sicherlich noch Luft nach oben. Ich kenne die Argumentation der Labels zu dieser Zurückhaltung: In Deutschland bestimmt allein die Nachfrage den Markt. In anderen Ländern kommen neben der Nachfrage noch eine gewisse Leidenschaft der Labels und ein gesteigertes Interesse am Erhalt einer Kunstform hinzu. So weit ist man in Deutschland leider noch nicht; hier ist Film noch nicht einmal als Kunstform anerkannt.
In einem relativ kleinen Land wie Deutschland ist der Markt für klassischen Film recht überschaubar. Da ist jede Veröffentlichung, die nicht CASABLANCA oder VOM WINDE VERWEHT heißt, ein finanzielles Risiko. Aber wie ihr ja bereits feststellt, ändert sich das langsam. 
Asta Nielsen ist einer der Superstars der Stummfilm-Ära. Sie spielt nicht nur in beinahe 80 Filmen mit, sondern produziert auch selbst. Außerdem sind ihre Rollen oft feministischer, als man es heutzutage glauben könnte. Sie spielt eine SUFFRAGETTE, oder wie hier, eine Minenbesitzerin - wenn auch eine, die sich klassisch verliebt.
Quelle: DVD "Vier Filme mit Asta Nielsen - DIe Börsenköniging" aus der Edition Filmmuseum des Filmmuseums München © Film und Kunst (Alive)
D: 
Nun, an Leidenschaft und dem Willen nach Erhaltung mangelt es dir nicht. Keinerlei Ambitionen, ein derartiges Label aufzuziehen und die vorhandenen Lücken in der Auswahl zu füllen? 

JM: 
Doch! Wir waren in der Planung eines eigenen Labels und einer eigenen Filmreihe auch schon recht weit. Zurzeit liegt dieses Projekt aber auf Eis, da muss erst einmal die Finanzierung gesichert sein. 

D: 
Auch eine Form der Erhaltung sind ja Remakes, die gefühlt immer populärer werden. Sind das nicht auch Möglichkeiten, alte Stoffe für ein junges und modernes Publikum aufzubereiten? 

JM: 
Das sind sie. In den meisten Fällen aber auch nichts darüber hinaus. Für mich hat das aber nur Sinn, wenn man sich dann auch die Mühe macht, sich das (oder die) Original(e) anzuschauen. Ansonsten macht es eine Bewertung des Remakes schwierig. Meistens werden Remakes von Leuten gefeiert, die das Original nicht kennen.
Ja, Remakes haben eine Daseinsberechtigung, aber in erster Linie als Hommage an große Vorbilder, im Sinne einer Verneigung. 

D: 
Wir versuchen es mal aktuell: Im August startet das 3D-Remake von BEN-HUR, ein Klassiker, der 1925 und 1959 bereits zwei Mal fürs Kino produziert wurde.
Glaubst du, die Klassiker können von einem derartigen Remake profitieren? Wenn du einem 15-Jährigen erklären müsstest, welche Vorteile die ersten Kinoversionen gegenüber dem neuen vermutlich haben werden (er läuft ja noch nicht), welche würdest du anführen? 

JM: 
Eine schwere Frage, da ich natürlich auch noch nicht über die 2016er-Version urteilen kann.
Versuchen wir es lieber ein bisschen weniger aktuell, und wir sind ja schon bei Vincent Price gewesen. Ein Beispiel, bei dem schon mehrere Versionen vorliegen, wäre etwa HOUSE OF WAX von 2005, sowie seine großen Vorbilder DAS KABINETT DES PROFESSOR BONDI von 1953 und dessen Vorbild DAS GEHEIMNIS DES WACHSFIGURENKABINETTS von 1933. Es gäbe sogar noch eine Stummfilm-Version, DAS WACHSFIGURENKABINETT von 1924, die ich hier aber mal ausspare.

Wie bereits zuvor beschrieben, sind Filme stets auch Spiegel ihrer Zeit, und das muss in eine Beurteilung immer mit einfließen. Im Grunde schließt es einen Vergleich aus, wenn zwischen den Filmen Jahrzehnte, oder in manchen Fällen sogar ein Jahrhundert liegen.
Jede Version spiegelt also ihre Zeit wider. Es gibt sicherlich Betrachter, die es gefeiert haben, auf welche Weise Paris Hilton 2005 ihr Ende fand, und den Film auch deshalb sehr mögen. Ein damals 15-Jähriger wird mit den Originalen nicht viel anfangen können, sie als langweilig und verstaubt empfinden und sie sich auch niemals bis zum Ende anschauen.
1953 waren es allerdings ebenfalls eher 15-Jährige, die die Kinos stürmten, weil die spektakulären 3D-Effekte so noch nie zu sehen gewesen waren, und weil ein Vincent Price in Bestform jedem Teenager schlaflose Nächte bereitet hat.
Diese Differenzierung ist sicherlich auch auf andere moderne Remakes übertragbar.

In der Nachbetrachtung und im direkten Vergleich der drei Werke fällt die 2005er-Version deutlich ab, sie bedient aber die Sehgewohnheiten ihrer Generation, ebenso wie die alten Filme es getan haben. Klassiker profitieren dann von einem Remake, wenn man sie zu einer Rezension und einem Vergleich heranzieht. In den meisten Fällen schneiden sie dabei auch besser ab als ihre Remakes.
Mehr über die hier genannten Wax-Filme kann man übrigens in Ausgabe #16 unseres Magazins nachlesen. 
DAS KABINETT DES PROFESSOR BONDI ist 1953 echtes Eventkino für Teenager, und ein krasser Gruselknaller. Nicht anders also als heutige Superhelden- oder PARANORMAL ACTIVITY-Streifen. Wer sich drauf einlässt, spürt die Intensität des Streifens heute noch. Auch auf 3D-Blu Ray!
D: 
Das wirft die Frage auf, ob sich die Sehgewohnheiten verschlechtern, wenn man das konsequent zu Ende denkt.
Apropos Magazin, ihr erwähnt dort immer wieder, wie viele Mühen damit verbunden sind, alte Filme gut zu restaurieren. Zuletzt hattet ihr in Ausgabe #14 einen ausführlichen Bericht über die Schwierigkeiten der Restaurierung und die mangelnde Verfügbarkeit vor allem der unbekannteren Stummfilme.
Wieso ist es so wichtig, alte Filme, die sich nicht als Klassiker durchsetzten konnten, so originalgetreu wie möglich wiederherzustellen? Immerhin können sie heutzutage unmöglich dieselbe Wirkung beim Publikum erzielen wie damals, wie du selbst feststellst. 

JM: 
Gute Frage. Dass sich Filme nicht als Klassiker durchsetzen, liegt nicht immer an den Filmen selbst. Oft haben Filme, die als Klassiker gelten, dieses Label auch gar nicht verdient. Man sollte also nicht den Fehler machen, einen Film mit Missachtung zu strafen, nur weil die Nachwelt ihn nicht zum „Klassiker“ stilisiert hat.
Entfernt man einmal diese subjektive Bewertung, bleibt immer ein Zeitdokument übrig. Wer möchte dann bitte beurteilen, welchen Film wir retten und restaurieren, und welchen wir sich selbst überlassen oder gar vernichten? Ich wollte diese Entscheidung nicht treffen. Nicht auszumalen, wenn jemand im Laufe der Geschichte entschieden hätte, alle Kopien von NOSFERATU zu vernichten, weil es eben noch kein „Klassiker“ war. 

D: 
Soweit wir wissen, hat Bram Stokers Witwe aber genau das gerichtlich anordnen lassen. 

JM: 
Und glücklicherweise hat er dennoch überlebt. Jeder Film hat seine Daseinsberechtigung. Es ist das Produkt von Menschen vor und hinter der Kamera. Wir müssen also so viel erhalten und retten wie uns möglich ist. 
Auch DIE MUMIE steht kurz vor ihrem (erneuten) Remake: 2017 macht sich Tom Cruise auf die Jagd nach dem Bandagenmann. Der "Klassiker" mit Brendan Fraser (von 1999) ist aber auch schon ein Remake. Bereits 1932 haucht Boris Karloff der MUMIE grauenerregendes Leben ein. Das ist auch heute noch gruselig, sogar in Schwarzweiß.
Quelle: Blu Ray "Die Mumie" © Universal Pictures Germany GmbH
D: 
Selbst wenn sie nie wieder dieselbe Wirkung erzielen werden wie einst? 

JM: 
Die Wirkung von Filmen liegt immer im Auge des Betrachters. Das entscheidet alleine der persönliche Geschmack des Einzelnen. Ich muss euch da also widersprechen. Auf mich persönlich haben viele Stummfilme eine weitaus größere Wirkung als aktuelle Filme, da ich auch oft um ihre Entstehungsgeschichte weiß. Auch wenn das nicht immer möglich ist, sollte es das Ziel einer Restauration sein, so nahe an die Originalversion heran zu kommen, wie das mit heutiger Technik machbar ist. 

D: 
Welche Schwierigkeiten bringt so eine Restaurierung mit sich? 

JM: 
Ich bin kein Restaurator, also kann ich darüber wenig sagen. Aus diesem Grunde führen wir ja so viele Interviews mit Fachkräften. 

D: 
Schon einmal vielen Dank für den leidenschaftlichen Austausch. Abschließend noch die Frage, was du dir für die Zukunft von 35 MILLIMETER – DAS RETRO-FILMMAGAZIN und für das CINEFONIE-TAG-Festival wünschst? 

JM: 
Natürlich, dass sich der Aufwand, die Arbeit und die Liebe, die wir alle da hineinstecken, auch weiterhin auszahlen und Aufmerksamkeit erfahren. Dass viele Fans unsere Veranstaltungen besuchen und dass wir durch Mundpropaganda – auf die wir angewiesen sind – noch mehr Freunde und Leser finden. Ich wünsche mir natürlich immer auch eine gesicherte Wirtschaftslage, damit wir noch viele Ausgaben produzieren können, und damit wir auch andere Projekte angehen können. Unsere Schubladen sind voller toller Ideen. 

D: 
Für alle Interessierten: Wie kann man dich und euch unterstützen? 

JM: 
Am besten natürlich, indem man das Magazin kauft oder gleich abonniert. Aber auch Schreiberlinge sind uns jederzeit herzlich willkommen. Jeder, dem unser Thema am Herzen liegt, kann also Teil der Redaktion werden, wenn er darüber schreiben kann. Auch Gastartikel drucken wir gerne, wenn sie uns geeignet erscheinen. 

D: 
Sehr schön. Wir wünschen dir und den anderen Beteiligten viel Erfolg und danken dir für deine Zeit und das Gespräch. 


Besser als Jörg Mathieu hätten wir nicht erkären können, weshalb auch wir denken, dass die Klassiker selbst heute noch einen Blick wert sind: Sie sind oft leidenschaftlicher als moderne Filme, von mehr Idealismus und Freude am Filmemachen geprägt. Sie öffnen ein Fenster in eine andere Zeit, die unsere eigene stets in neuem Licht erstrahlen lässt. Viele Klassiker lassen moderne Filme – besonders die Remakes – ganz anders dastehen, wenn man sie kennt, und nicht immer besser.
Vincent Price lehrt die Teenager in DAS KABINETT DES PROFESSOR BONDI das Fürchten. Seine Gruselfilme sind oft die härtesten ihrer Zeit und inspirieren das spätere Horrorkino, auf dem unseres sich aufbaut. So genießen wir heute noch die Früchte seiner Kunst.
Quelle: Blu Ray "Das Kabinett des Professor Bondi" © Warner Home Video
Allen, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, oder die vielleicht nicht genug von klassischen Filmen bekommen können, möchten wir neben unseren Klassiker-Artikeln noch einmal Jörg Mathieus sehr kostengünstiges 35 MILLIMETER-MAGAZIN ans Herz legen.
Wer nun außerdem Lust auf Victoria Price und zwei Tage Klassik-Programm bekommen hat, der findet Karten für den 2. CINEFONIE-TAG am 17. und 18. September 2016, ebenso wie alle noch verfügbaren Ausgaben des 35 MILLIMETER-MAGAZINS genau HIER.

Wir hoffen, auch die Zweifler verstehen jetzt besser, wieso wir immer wieder gerne einen Blick zurückwerfen, und dass ihr uns, und all die anderen Filmliebhaber, auch in Zukunft bei der Reise zurück zu den Klassikern begleitet.
Wer weiß? Womöglich gelingt es euch eines Tages, die Kollegen und Freunde auf dem Schulhof und der Teeküche ebenfalls zu überzeugen.

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