05.04.16

Porträt: Gregory Peck – Vom Leinwandhelden zum Humanisten

Meistens tritt Gregory Peck in der Rolle des Helden auf, was ihn in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem der bekanntesten Schauspieler weltweit macht.
Das American Film Institute wählt ihn auf den zwölften Platz der bedeutendsten männlichen Leinwandlegenden aller Zeiten; seine Verkörperung des Atticus Finch in WER DIE NACHTIGALL STÖRT landet gar auf Platz eins der bedeutendsten Leinwandcharaktere.
Gregory Peck schreibt Filmgeschichte – und das in vielerlei Hinsicht...
Quelle: Blu Ray "Wer die Nachtigall stört" © Universal Pictures Germany GmbH
Biancas Blick: 

Ein Porträt über Gregory Peck zu schreiben erwies sich als nicht ganz simple Aufgabe. Der Grund dafür ist ungewöhnlich – obwohl Peck einer der größten Stars des klassischen Hollywoods ist, gibt seine Karriere wenig Reibungsfläche her. Keine schwarzen Tiefen, keine Abgründe, keine Skandale oder schwerwiegende Lücken. Filmisch betrachtet arbeitet Peck stets so sauber, dass seine Karriere ein schlimmstenfalls dauerhaft gehobenes Mittelmaß war, aus dem immer wieder nur Spitzen nach oben ausreißen.
Auch privat entpuppt sich Peck, ähnlich wie sein Kollege James Stewart, als ordentlicher Saubermann: Auch hier keinerlei Skandale, keine Affären, keine Zusammenbrüche, Psychosen, wenig Allüren, weder Alkohol noch Drogen, keine politischen Zerwürfnisse, keine Abstürze im Alter. Peck lebt bis zu seinem Tod, als geachteter, vielgeschätzter Schauspieler und Humanist.

Doch die Frage ist ja auch, wie es Peck gelingt, als einer der wenigen Stars seiner Zeit derart unbeschadet durch eine immerhin 54-jährige Karriere zu kommen. Und da zeigt sich, dass Peck, auch ganz ohne große Skandale, eine bewundernswert vielseitige Karriere durchlebt und heute zu Recht als eine der größten Kinolegenden Hollywoods gilt. Und immerhin spielte er niemand geringeren als Dr. Joseph Mengele!

Turbulente Selbstfindung


Gregory Peck wird am 5. April 1916 als Eldred Peck in Kalifornien geboren. Der Sohn eines irischstämmigen Apothekers wächst nach der Scheidung der Eltern ab seinem dritten Lebensjahr bei seiner Großmutter mütterlicherseits auf.
Seine schulische Ausbildung erhält Peck auf einer katholischen Militärschule.
Sein weiterer Werdegang verläuft turbulent und zunächst wenig zielstrebig: Nach der Militärschule besucht er für ein Jahr die Universität in San Diego, fährt dann aber für etwa ein weiteres Jahr als Lastwagenfahrer für ein Ölunternehmen durch die Staaten, um sich anschließend für ein Medizinstudium in Berkeley einzuschreiben.
Er wechselt allerdings recht schnell zur Literatur, tritt der Rudermannschaft der Universität bei und beginnt bei der universitätseigenen Theatergruppe zu spielen, wo er bis zu seinem Abschluss fünf Aufführungen absolviert.
Quelle: DVD "Duell in der Sonne" © Crest Movies
Die Schauspielerei hat es Peck angetan. Er legt den Namen „Eldred“ ab, den er immer schon hasst, und geht nach New York City, um das Schauspielern „von der Pieke auf“ zu lernen.
1942 endlich, mit 27 Jahren, gibt er gleich als Hauptdarsteller sein Broadway-Debüt in „Morning Star“ unter der Regie von keinem Geringeren als dem deutschen Exilregisseur und Theatergründer Max Reinhardt.
Aufgrund eines Rückenleidens, das er sich auf der Militärschule zugezogen hat, wird der 1,90m-Hüne vom Militäreinsatz freigestellt und steht Hollywood als einer der wenigen jungen, männlichen Darsteller zur Verfügung, gilt zeitweise sogar als „schönster Mann in Hollywood“.

Schneller Ruhm


Bereits sein erster Film, DAYS OF GLORY, der 1944 in die Kinos kommt, bringt dem unbekannten Schauspieler schnell große Bekanntheit.
Für seinen zweiten Film, SCHLÜSSEL ZUM HIMMELREICH, der im selben Jahr startet, erhält er seine erste von fünf Oscarnominierungen. Bis 1949 wird er drei weitere Male als Bester Hauptdarsteller nominiert werden, für DIE WILDNIS RUFT, TABU DER GERECHTEN und DER KOMMANDEUR, geht aber jedes Mal leer aus.

Nun muss man sagen, dass Peck zwar sehr charismatisch wirkt, sein Spiel aber oft noch hölzern und unbeholfen ist.
Alfred Hitchcock etwa, der mit Peck 1945 ICH KÄMPFE UM DICH dreht und ihn privat sehr schätzt, zeigt sich vom schauspielerischen Können wenig begeistert und betitelt Peck je nach Interviewquelle als „schwach“ und „unbeholfen“. Für alle Interessierten: Tatsächlich gesteht Peck später, am Set von ICH KÄMPFE UM DICH eine Affäre mit Ingrid Bergman gehabt zu haben. Zumindest ein wenig scheint er also doch ganz im Zeichen seiner Zeit gestanden zu haben.

Auch die Presse geht mit Peck wenig zimperlich um. So schreibt  das Time Magazine wenig schmeichelhaft: „Er spielt mit den Kiefermuskeln und kneift die Augen zu, um auf diese Weise anzudeuten, dass mit ihm nicht alles in Ordnung ist.“ Und ja, so ganz unrecht haben sie alle nicht. Peck ist zu Beginn seiner Karriere kein Schauspieler, der mit Understatement um sich wirft. Er ist ehrgeizig und lernwillig, noch aber fehlt ihm die schauspielerische Finesse und die Subtilität, die er späteren Charakteren wie Atticus Finch oder Captain Newman angedeihen lässt.

Obwohl Hitchcock von Pecks darstellerischen Möglichkeiten nicht überzeugt ist, arbeiten beide zwei Jahre später vertragsbedingt ein weiteres Mal zusammen. Das Ergebnis wird einer der schwächsten aller Hitchcock-Filme werden: DER FALL PARADIN.
Peck, gerade mal Anfang dreißig, ist viel zu jung und unerfahren, um einen gestandenen Anwalt um die Vierzig zu spielen. Hitchcock will Laurence Olivier, doch David O. Selznick setzt auf Pecks Popularität, was dem Film leider nicht zugute kommt.
Quelle: DVD "Ich kämpfe um dich" © Great Movies GmbH
Der Film kostet drei Millionen Dollar, dauert in seiner Original-Fassung fast drei Stunden und ist somit nur geringfügig kürzer und billiger als VOM WINDE VERWEHT, den Selznick sieben Jahre zuvor produziert. Die Kosten werden nicht eingespielt und der Film wird zu einem finanziellen Fiasko. Er spaltet Zuschauer wie Kritiker. Die Besprechungen schwanken von „zu redselig“ bis hin zu „bemerkenswert“.
Hitchcock ist es egal – es ist der letzte Film, den er für Selznick vertraglich drehen muss. Ab jetzt ist er frei.

Peck bekommt abermals gemischte Kritiken, was seinem Ruhm in dieser Zeit aber keinen Abbruch tut, denn er ist bereits ein Star.

Der strahlende Held


Schaut man sich die Rollen von Gregory Peck an, die er bis in die 60er Jahre verkörpert, stellt man schnell fest, dass es zumeist Heldenrollen sind. Ein frühes und deshalb so interessantes Gegenbeispiel ist seine Rolle in DUELL IN DER SONNE von 1946, wo er den Antagonisten für Joseph Cotten spielt. Das Prestigeobjekt, das Selznick als Western im epochalen Stile von VOM WINDE VERWEHT plant,  scheitert aber bei Kritik und Publikum!

In seinen bekanntesten Rollen mimt Peck jedoch den smarten, integren Journalisten (EIN HERZ UND EINE KRONE), den Cowboy (WEITES LAND, DAS WAR DER WILDE WESTEN, MACKENNAS GOLD, DER SHERIFF), den Anwalt (DER FALL PARADIN, WER DIE NACHTIGALL STÖRT, EIN KÖDER FÜR DIE BESTIE, KAP DER ANGST), den Psychologen (ICH KÄMPFE UM DICH), den Arzt (CAPTAIN NEWMAN) oder  sonstige, oft hochrangige Militärangehörige (DAS LETZTE UFER, DIE KANONEN VON NAVARONE) bis hin zu Botschaftern (DAS OMEN).
Alles rechtschaffene Berufe, die Ehrlichkeit und einen gewissen Grad Humanismus einfordern.
Quelle: DVD "Moby Dick" © Twentieth Century Fox
Ausnahmen sind rar gesät. Darunter sein legendärer Auftritt als Kapitän Ahab in MOBY DICK und eben Lewt McCanles in DUELL IN DER SONNE. Und trotz seines zwielichtigen, durchaus ambivalenten Gebarens in EIN KÖDER FÜR DIE BESTIE, ist Robert Mitchum der Antagonist und das Publikum schlägt sich auf die Seite des von Peck gemimten Sam Bowden.


Ein Star mit Dünkel


Dass auch ein als ruhig und zurückhaltend geltender Star wie Gregory Peck manchmal mit Allüren um sich wirft, sollte nicht verwundern.
Eine der bekanntesten Anekdoten hierzu rankt sich um die Entstehung eines seiner bekanntesten Filme, nämlich EIN HERZ UND EINE KRONE.

Peck befindet sich gerade in einer privaten Krise: Seine erste Ehe liegt in Trümmern – die Scheidung erfolgt zwei Jahre später – und Peck frönt dem Alkohol, versinkt in Selbstmitleid und sucht den Sinn für sich und in seiner Arbeit.
Seine letzten Filme waren höchstens mittelmäßig erfolgreich – SCHNEE AM KILIMANDSCHARO und DES KÖNIGS ADMIRAL waren darunter noch die rentabelsten –, da flattert ihm das Drehbuch zu EIN HERZ UND EINE KRONE ins Haus.  (Geschrieben von Hollywoodlegende Dalton Trumbo, der es damals nicht unter seinem eigenen Namen veröffentlichen durfte, da er auf der Schwarzen Liste der Kommunistenjäger stand.)

Sein Agent rät ihm unbedingt, die Rolle des Journalisten Joe Bradley anzunehmen, doch die Sache hat für Peck einen Haken: Es ist nicht die Hauptrolle. Im Gegenteil, der Star des Films, das sieht Peck sofort, ist die Rolle der Prinzessine Anne, die von der damals noch gänzlich unbekannten AudreyHepburn verkörpert wird.
Peck lehnt ab!
Eine Nebenrolle. Und dann noch so offensichtlich dem eigentlichen Star des Films zuspielend. Einem No-Name. Einer Frau! Nein, danke.
Sein Agent bleibt hartnäckig, offenbart ihm die Raffinesse des Scripts, der Story und bestärkt ihn, die Rolle zu akzeptieren.
Quelle: Blu Ray "Ein Herz und eine Krone" © Paramount Home Entertainment
Nach langem Hin und Her nimmt Peck schließlich an und schafft mit Audrey Hepburn, die für ihre erste Kinohauptrolle zu Recht den Oscar einheimst, einen Klassiker für die Ewigkeit.
Zwar etabliert sich der Film erst über die Jahre auch in den USA als Klassiker, in Europa schlägt er allerdings sofort ein und wird ein Kassenschlager. EIN HERZ UND EINE KRONE ebnet Hepburn den Weg zu einer Weltkarriere und spült Peck wieder an die vorderste Hollywood-Front.
Dünkel erfolgreich ausgelotet, kann man da als Liebhaber des Films  wohl nur sagen.

Der humanistischste Humanist unter den Humanisten


1962, Peck ist 46 und noch immer gut etabliert in Hollywood, wird ihm die tragendste Rolle seiner Karriere angeboten – erneut im Grunde nur eine Nebenfigur, die doch ganz im Fokus der Geschichte steht: der Kleinstadtanwalt Atticus Finch.
Harper Lees Roman „Wer die Nachtigall stört“ ist zwei Jahre zuvor eingeschlagen wie eine Bombe. Er behandelt Fragen des Humanismus, der Gerechtigkeit, der Verantwortung und des Heranwachsens in einer Zeit der Umbrüche anhand der Geschichte zweier Kinder und ihres Vaters, der im Alabama der 1930er Jahre als Anwalt einen zu Unrecht der Vergewaltigung beschuldigten Schwarzen verteidigt.
Der Roman rechnet nicht nur mit der Rassendiskriminierung ab, sondern beleuchtet zudem die Doppelbödigkeit der Moral von Kleinstädtern in der Zeit der Weltwirtschaftskrise.
Ein brisantes Thema, weshalb bereits der Roman die Leser Amerikas tief spaltet. Von den einen wird er gefeiert und mit Preisen überschüttet, von den anderen auf Schulhöfen öffentlich verbrannt.

Atticus Finch, Vater der Kinder Scout und Jem, steht bis heute wie kaum eine zweite literarische oder filmische Figur für Menschlichkeit und Humanismus. Es ist eine der Rollen, die unvergessen bleibt und mit den moralisch höchsten Werten unserer Zeit einhergeht. Die einzige Figur, die Atticus Finch in diesen Belangen  nahe kommt, dürfte der Geschworene Nummer 8 in DIE ZWÖLF GESCHWORENEN sein.
Harper Lee ist von der Besetzung Pecks begeistert. Zwischen den beiden bildet sich bis zum Tode Pecks eine tiefe Freundschaft und Verbindung.
Peck erschafft mit seiner Darstellung einen Charakter, der trotz seiner vernünftig-liberalen Haltung stets subtil agiert und vor allem argumentiert. Er wirkt nie übertrieben oder moralinsauer, sondern nachvollziehbar und real. Er erschafft einen Menschen, dem man folgen kann und möchte, dessen Argumente so einfach und deshalb so bestechend sind.
Peck selbst sagt über sein Spiel: “Ich packte alles was ich hatte in diese Rolle – alle meine Gefühle und alles, was ich in den bisherigen 46 Jahren meines Lebens über das Familienleben, Väter und Kinder gelernt hatte. Und natürlich meine Gefühle von Gerechtigkeit, Ungleichheit und Chancengleichheit den Schwarzen gegenüber.“
Quelle: Blu Ray "Wer die Nachtigall stört" © Universal Pictures Germany GmbH
Seine Darstellung des Atticus Finch ist ein Spiel für die Ewigkeit, was sicherlich auch der feinen Regie von Robert Mulligan zu verdanken ist. Er stattet Finch nicht nur mit subtiler Menschlichkeit aus, sondern auch mit alltäglichen Bedürfnissen und Manierismen, was die Wirkung des Films noch steigert. Gregory Peck trägt mit den Kinderdarstellern Mary Badham und Phillip Alford den Film auf einem sehr hohen Niveau.

1963wird Peck für diese Rolle ein fünftes Mal für den Oscar nominiert und nimmt den Preis dieses Mal auch unter dem frenetischen Beifallder Zuschauer entgegen.
An dieser Stelle ein persönlicher Tipp: Auf der Blu Ray Version der 50th Anniversary Edition von WER DIE NACHTIGALL STÖRT  befinden sich viele sehenswerte Extras, unter anderem eine Publikumsdiskussion mit Gregory Peck und Fans des Films im Rahmen der Ehrung für sein Lebenswerk 1989 durch das American Film Institute. Harper Lee und Mary Badham kommen ebenfalls zu Wort. Dieses Extra ist deshalb so sehenswert, weil es Pecks Haltung zum Film und seiner Rolle widerspiegelt und zudem zeigt, welche Bedeutung das Buch und der Film für die Amerikaner allgemein hat,  und für Gregory Peck im besonderen hatte.


Die politische Verantwortung


Bereits in den frühen 60er Jahren engagiert sich Gregory Peck für die Rechte der Schwarzen und unterstützt Martin Luther King.
Später ist er einer der aktivsten Stars, die sich gegen den Vietnamkrieg aussprechen, sicherlich auch darin begründet, dass sein Sohn Stephen dort militärisch eingesetzt wird.
Hier zeigt sich, dass er auch weit über seine Schauspielkunst für seine privaten humanistischen Engagements geachtet und angesehen ist.

1970 erhält er das Angebot von den Demokraten, sich als Gegenkandidat zu Ronald Reagan als Gouverneur von Kalifornien aufstellen zu lassen, das er sofort ablehnt. Bis in die 80er tritt er aber immer wieder öffentlich auf und unterstützt u.a. 1978 Donald W. Stewart, der gegen den Republikaner James D. Martin antritt.

Als der Autoriese Chrysler 1980 kurz vor dem Bankrott steht, engagiert er sich in unentgeltlichen öffentlichen Auftritten, um Tausende Arbeitsplätze zu erhalten. Zeit seines Lebens setzt er sich gegen Atomwaffen ein und bis zu seinem Tod für eine Kontrolle der Waffenverkäufe innerhalb der Vereinigten Staaten.
Quelle: DVD "Ein Köder für die Bestie" © Columbia Pictures
Das einzige „politische“ Amt, das er je annimmt, ist das als Präsident der Academy of Motion Pictures  Arts and Sciences, das er 1967 antritt. Hier zeigt sich auch, dass Peck ein durch und durch progressiver Politiker ist, versucht er doch, einige gravierende Änderungen einzubringen. Eine davon, so will es die Legende, liegt darin, dass Peck sich massiv dafür einsetzt, dass auch Animationsfilme für die Kategorie Bester Film nominiert werden, und er fährt eine großangelgte Kampagne, dass Walt Disneys letzter Film, der 1967 erschienene DAS DSCHUNGELBUCH, den Preis erhält. Er kann sich jedoch nicht durchsetzen.
Als Peck das Amt 1970 niederlegt, so heißt es, habe es auch viel damit zu tun, dass seine Bemühungen um den Animationsfilm nicht gefruchtet haben. (Bis heute wurden erst drei Animationsfilme nominiert: DIE SCHÖNE UND DAS BIEST sowie OBEN und TOY STORY 3, nachdem die Anzahl an Nominierungen erhöht wurden.)

Schicksalsschlag und stiller Abschied


1975 ereilt Gregory Peck der vermutlich schwerste persönliche Verlust, den er bis zum eigenen Tod nie überwindet: Sein ältester Sohn Jonathan nimmt sich mit gerade mal 31 Jahren das Leben.
Kurz darauf spielt er seine letzte große Hauptrolle in MACARTHUR – HELD DES PAZIFIKS und hat nochmal einen denkwürdigen Auftritt als Dr. Josef Mengele in THE BOYS FROM BRAZIL. Als OLD GRINGO spielt er 1989 seine letzte nennenswerte Rolle.
Quelle: DVD "Kap der Angst" © Universal Pictures Germany GmbH
In den 80er und 90er hat sich Gregory Peck mehr und mehr aus dem Showbusiness zurückgezogen. Spätestens nach OLD GRINGO tritt er höchstens noch in Cameoauftritten in Film oder Fernsehen auf..
Dazu gehören ein Remake von Pecks Klassiker EIN KÖDER FÜR DIE BESTIE, das Martin Scorsese, 1991 1991 als KAP DER ANGST in die Kinos bringt. Auch Robert Mitchum hat hier einen kurzen Cameo Auftritt. Hinzu kommt ein kurzer Auftritt in der Komödie DAS GELD ANDERER LEUTE mit Danny De Vito.
Seinen letzten Auftritt hat Peck erneut im Remake eines seiner Klassiker, die ihn unsterblich gemacht haben. Für das Fernsehen entsteht 1998 der Zweiteiler MOBY DICK mit Patrick Stewart als Ahab. Peck spielt hier den Pfarrer Mapple zu Beginn des Films. Er ist 83 Jahre alt.

Am 12. Juni 2003 stirbt Greogory Peck an einer Lungenentzündung.

Das Bedauerliche daran: Kurz vorher erhält Peck noch das Angebot, in der Neuverfilmung von CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK  die Rolle von Grandpa Joe zu spielen, die Tim Burton 2005 in die Kinos bringt. Peck erklärt Warner, dass er es sich überlegen werde, stirbt jedoch, bevor er seine Antwort geben kann. Seine Familie erklärt später, er habe Warner nur hingehalten, damit er nicht verzweifelt erscheine, und somit einen Einschnitt seiner Gage hinnehmen müsste, während er sich in Wirklichkeit sehr darauf gefreut habe, Grandpa Joe zu spielen.

An seiner Beerdigung nehmen viele Wegbegleiter einer unnachahmlichen Karriere teil, unter anderem  Lauren Bacall, Sidney Poitier, Harry und Shari Belafonte, Harrison Ford, Calista Flockhart, Michael Jackson, Mike Farrell, Jimmy Smits, Lionel Richie, Michael York, Angie Dickinson, Larry Gelbart,  Anjelica Huston, Louise Fletcher oder Tony Danza.
Gregory Peck gilt bis heute als einer der beliebtesten und einflussreichsten Stars, die Hollywood je hervorgebracht hat. Kein Filmschaffender auf der Welt verliert je ein böses Wort über diesen Künstler und Humanisten, dem es immer gelang, mit seinen Filmen die Welt ein bisschen besser zu machen – und der schon dafür nie ein politisches Amt brauchte.
Quelle: Blu Ray "Das Omen" © Sony Pictures Home Entertainment
Er erhält nicht nur einen Oscar, sondern auch vier Golden Globes, den Cecil B. DeMille Award für sein Lebenswerk, die Auszeichnung durch das American Film Institute für sein Lebenswerk, den Ehren-Bären der Berlinale, den Ehren-César für sein Lebenswerk, den Deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk, den Bambi und den Ehrenpreis der SAG Awards.

1989 erhält Greogory Peck außerdem Award des American Film Institute für sein Lebenswerk, und lässt sein Leben und seine wichtigsten Begegnungen noch einmal Revue passieren – mal nachdenklich, mal äußerst humorvoll.
Seine Dankesrede zeigt zudem eine tiefe Dankbarkeit für das Leben, das er führen durfte – man kann sie hier hören.

Gregory Peck beweist, dass man auch dann ein Vorbild, eine Legende, und ein Gewicht sein kann, das an den Angeln der Welt rüttelt, ohne sich in Skandalen, in Feuer und Sucht zu verlieren. Das ein gesundes, sauberes Leben voll liebenswerter Figuren nicht weniger Gewicht hat, als irgendeine skandaldurchwirkte, oft viel zu früh beendete Karriere.

Die letzten Worte sollen daher Gregory Peck selbst gehören:
“Du musst einen Traum haben, du musst eine Vision haben, und du musst dir selbst ein Ziel setzen, das dich manchmal vielleicht selbst mit Furcht erfüllt, weil es so weit außerhalb deiner Reichweite scheint. Und dann, denke ich, musst du eine Art Widerstand gegen Ablehnung entwickeln, und gegen die Enttäuschungen, denen du dich mit Sicherheit gegenüber finden wirst.”
Quelle: DVD "Old Gringo" © Sony Pictures Home Entertainment

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