03.03.19

Green Book (USA 2018) – Ein Roadmovie der anderen Art

“Weißt du, mein Vater hat immer gesagt, was immer du tust, tu es hunderprozentig. Wenn du arbeitest, arbeite, wenn du lachst, lache und wenn du isst, dann iss.“
Tony Lip (alias Tony Vallelonga) beweist uns in GREEN BOOK, dass er all die genannten Dinge in der Tat zu hundert Prozent tut. Und ja, besonders essen. Aber auch seine Loyalität stellt er über die eigenen Ansichten und Urteile.
© Entertainment One

10.01.19

Das Filmjahr 2018 – Katastrophe mit Folgen

2018 war ein Jahr, an das wir uns noch lange erinnern werden.
Seit wir 1983 mit DAS DSCHUNGELBUCH unseren ersten Kinobesuch erlebten, gab es kein Kinojahr mehr, das uns weniger Spaß gemacht hätte als dieses. Ja, 2018 war eine cineastische Katastrophe – und eine mit Folgen.
Denn tatsächlich hat uns das Jahr einen nicht unerheblichen Teil unserer Lust an unserem liebsten Hobby gekostet.
Aber von vorne …

Fotocollage © Duoscope

06.06.18

Augen der Angst (GB 1960) – Voyeurismus bis an die Schmerzgrenze

„Mike rechnete mit den Kontroversen, die der Film auslösen würde. Besonders beim Publikum. Doch erhoffte er sich mehr Wohlwollen auf Seiten der Kritiker. Als diese ihn ebenso beschimpften und verunglimpften, hat ihn das sehr mitgenommen. Er wusste nicht, was er falsch gemacht hat. Was mich am meisten traf, war nicht die Kritik an seinem Film oder seine Enttäuschung darüber. Es war die Verbitterung, die ihn bis zu seinem Tod nicht mehr freigab und sein künstlerisches Schaffen maßgeblich beeinflusste.“
– Thelma Schoonmaker, Mike Powells Ehefrau und langjährige Cutterin Martin Scorseses anlässlich eines Interviews zum 50. Jubiläum des Films.
© STUDIOCANAL

15.04.18

Kinokritik: 3 Tage in Quiberon (D/FR 2018) – Ich werde weiterleben, und richtig gut!

Auf die Frage, weshalb Regisseurin Emily Atef gerade diese drei Tage in Quiberon im Jahre 1981 wählt, um sich dem Menschen Romy Schneider zu nähern, antwortet sie: „Erstens finde ich, ein Leben in 90 Minuten zu erzählen, ist unmöglich. Ich kann damit nichts anfangen. Ich liebe es, Biografien zu lesen, 400 Seiten, 500, während 90 Minuten, da ratter, ratter, alle zehn Minuten sind noch mal fünf Jahre, und es sind oft vier Schauspieler, die das spielen. Ich kann das nicht.“
Und mit dieser Einschätzung hat sie Recht. Doch gerade durch ihre dreitägige Momentaufnahme, ihr Schlaglicht, gelingt es ihr, ein faszinierendes Porträt der Frau zu erschaffen, die Romy Schneider war.
© Prokino

23.03.18

Kinokritik: I, Tonya (USA 2017) – eiskaltes Drama und schneidender Witz

Sozialdrama? Sportler-Biopic? Heistfilm? Skurrile Komödie? Mediensatire?
Es fällt nicht leicht, Craig Gillespies kleines Meisterwerk I, TONYA einem Genre zuzuordnen, denn er ist alles – und vermengt seine absurde Mischung aus schrägen Figuren, widersprüchlichen Aussagen und dramatischen Sozialgefügen zu einem der sehenswertesten Filme des Jahres.
Dabei bleibt er eine Antwort bewusst schuldig: Wie war es denn nun wirklich?
© DCM